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Erstmals seit den frühen 80er Jahren ging es für Michael Schambach zusammen mit dem Wormser Ruderclub auf die internationale Regatta in Villach (12. und 13. September 2020). Damals als Ruderer, heute als Trainer. Den guten alten Zeiten muss man hier aber nicht nachtrauern, denn der Villacher Regattaverein hat seitdem gute Fortschritte in der Organisation gemacht.

So wurde das Doppelalbano von damals, mit nur Bojenketten alle zwei Bahnen, auf ein FISA-Standard Albano aufgestockt. Allerdings ist nach Meinung der Ruderer die erforderliche Mindestbreite der Bahn alles andere als eingehalten, weswegen es in vielen Rennen auch mal zur Kollision mit der Bahnbegrenzung kam. Bei absolut traumhaften, fairen Bedingungen mit Windstille und 25 Grad Sonnenschein auf dem Ossiacher See konnten sich die Sportler um die Plätze in den Vorläufen und den Finals streiten.

Erste Start über 2000m im Einer

Als erstes ging der 19 Jährige Senior B Lukas Schambach, der dieses Jahr sein erstes U23 Jahr bestreitet, im leichten Einer der offenen Klasse an den Start. Trotz der langjährigen Regattaerfahrung war dies der aller erste Start über 2000m im Einer für Lukas. Die Krafteinteilung im Lauf lief daher nicht optimal, was letztlich zu einem dritten Platz und damit ein Start im B Finale am Sonntag bedeutete. Ca drei Stunden später ging es dann noch im U23 Einer der Schwergewichte an den Start, in dem sich Lukas auch erstmal beweisen musste. Mit einem exzellenten Start konnte er sich gegen die trägen Schwergewichte auf den ersten Schlägen gleich vor das Feld legen, musste sich allerdings über die Strecke mit dem vierten Rang zufrieden geben. Mit einer Zeit, die in anderen Vorläufen gewonnen hätte, war auch im schweren Einer das B Finale Lohn für die Anstrengung.

fMit fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel

Am nächsten Tag trat der Wormser Ruderer unter anderem gegen seinen alten Zweier Partner Samuel Weidemaier der Mannheimer Amicitia an. Auf der ersten Streckenhälfte rangierte Lukas zusammen mit Samuel auf Rang Zwei, der Österreicher auf der Außenbahn lag noch zwei Längen in Führung. Ab da konnte Lukas seinen Gegnern immer dichter aufrücken und schließlich sogar vorbeiziehen. Diesen Vorsprung baute er über die zweiten 1000m immer weiter aus, sodass er mit einem komfortablen fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel kam.

Kamikaze Taktik „Fly and Die“ Im letzten Rennen

Im letzten Rennen am Wochenende im schweren U23 Einer gab es nun nichts mehr zu verlieren, weswegen hier nun die einfache, durchaus brutale Kamikaze Taktik „Fly and Die“ (Flieg und Stirb) zum Einsatz kam. Nach einem aggressiven Start teilte sich das sechs Boote Feld schnell in zwei Dreiergruppen auf. Die hinteren drei Plätze trennten sich früh vom Feld und hatten von Anfang an wenig mit dem Kampf um die vorderen Plätze zu tun. Lukas konnte von Anfang an die Frequenz hochhalten und lag vom Start bis 800m mit seinen zwei Konkurrenten aus Linz und Hamburg auf gleicher Höhe. Der Österreicher zog ab da schnell seinen Schlag an und blieb bis ins Ziel auf Platz eins. Bei Streckenhälfte konnte sich auch der Hamburger eine Länge absetzten. Lukas blieb jedoch an ihm kleben, nahm nochmal alle Konzentration und Kraft zusammen und ging in den Angriffsmodus über. 600m vorm Ziel lagen beide Boote wieder gleich auf, 100m später hatte Lukas seinen Bugball vorne und konnte seinen zweiten Platz mit einem fulminanten Endspurt noch unterstreichen. Trotz, dass es das letzte Rennen und damit das belastendste des Wochenendes war, war es rudertechnisch das beste. Im B Finale erreichte der Leichtgewichtsruderer eine Zeit, die im A Finale für den ersten Platz gereicht hätte. Lukas konnte sich über die gesamte Regatta von Rennen zu Rennen immer mehr steigern und so zählt auch hier wieder „Regatten sind das beste Training“.

Für Noah Heinzel und Joel Henny, die dieses Jahr ihr letztes in der U17 Klasse bestreiten, war Villach die letzte Regatta über die 1500m Distanz.

Tagesform oft entscheidend

Für Joel schon fast eine ungewohnte Strecke, nachdem er in den letzten Wochen auf verschiedenen Tests die 2000m Normalstrecke testen durfte. In seinem Einer Vorlauf konnte er mit einem kraftvollen Start mit seinen Gegnern mitziehen, fiel aber im welligen Mittelteil der Strecke auf den fünften Platz zurück. Trotz vergeblicher Angriffe auf die Spitze des Felds blieb es damit bei einem Einzug ins E Finale. Rudern ist eben oft eine Tagesform und so wurde der Renntag als Erfahrung auf einem offenen See zu regattieren abgehakt.

Engagierten Endspurt sichert Vorsprung

Nach vorhergehender Besprechung des Rennplans, wollte Joel in seinem Finale gegen Gegner seines Kalibers alles wissen und strebte einen Start-Ziel-Sieg an. Gut warm gerudert, nachdem er erstmal die 3,5 km Strecke zwischen Sattelplatz und Startanlage überbrücken musste, lag Joel am Start der 1500m langen Strecke. Nach einem Quickstart setzte Joel sich mit einem blitzschnellen Start ungefähr eine Bootslänge vom gesamten Feld ab und kontrollierte somit wie geplant von Beginn an sein Rennen. Mit Leichtigkeit konterte er ab der 500m Marke die Angriffe aus dem Verfolgerfeld und kam mit zwei Bootslängen Führung auf das letzte Drittel des Rennens. Mit einem engagierten Endspurt konnte er seinen Vorsprung weiter ausbauen kam mit viel Wasser zwischen sich und seinen Gegnern ins Ziel.

Da kein leichter Junior B Einer ausgeschrieben war, startete auch Noah im schweren Einer. Nach dem Start lag er im Mittelfeld und konnte dort auch bis zur 1000m Marke mitfahren. Doch auch er hatte mit den Wellen zu kämpfen. Nach einem Steuerfehler traf Noah mit seinem Skull dann auch noch eine Boje im engen Albano System und musste noch einen weiteren Platz abgeben. Angriffsversuche über die letzten 500m scheiterten leider. Er erreichte auf Platz sechs das Ziel und damit das Finale F.

Platz Drei im Finale F

Im Finale F wollte Noah die Erkenntnisse des Vortags mit dem Quickstart und den welligen Bedingungen anwenden. Nach einem besseren Start als am Samstag lag er auf Platz drei. Im Verlauf des Rennens konnte er diesen Platz nach hinten absichern, die ersten beiden Boote waren allerdings schon ein ganzes Stück weggefahren. Auf den letzten 500m konnte er dann den Abstand auf Platz zwei etwas verringern und erreichte mit knapp einer Länge Rückstand auf den dritten Platz das Ziel.

Pech 50m vor dem Ziel

Zusammen starte das Duo aus leicht und schwer im Doppelzweier der Junioren B. Ihre Vorlauftaktik war einen ordentlichen Start zu fahren, über einen starken Streckenschlag das Rennen zu kontrollieren und auf den letzten 500m alles zu mobilisieren um an die Spitze zu fahren. Nach einem sehr guten und schnellen Start kämpften sie mit drei anderen Booten um die Führung. Nachdem ein Boot sich bereits auf der Mittelstrecke absetzte ging es um Platz zwei und drei. Nach 900m sagte Bugmann Joel Henny einen Zwischenspurt an mit dem sie den anderen Gegnern davonfahren wollten. Der Plan ging auf, das Boot aus Worms war mit ungefähr einer halben länge Vorsprung auf den letzten 200m auf Platz drei. Nach einem unglücklichen Steuerfehler in dem sehr anspruchsvollen Albano System blieb Joel Henny mit einem Skull an einer Boje hängen und so verloren die beiden ihren umkämpften dritten Platz 50m vor dem Ziel.

Nach dem Vortag sollten sie ihren gesetzten Lauf im D Finale gewinnen, das war die klare Ansage von Trainer Michael Schambach. Der Plan war, wie am Vortag den Start schnell und ordentlich zu gestalten, danach über die Strecke Gas zu geben und im Endspurt keine Gnade zu zeigen. Nach einem nicht ganz so schnellen Start wie im Vorlauf lagen sie eine länge hinter dem Gesamtfeld. Diesen nicht ganz gelungenen Start versuchten die Beiden im Mittelteil auszubügeln. Dem schnellen Streckenschlag der Slowenen vermochten die Wormser allerdings nicht zu folgen und so fielen sie weiter ins Hintertreffen. Nachdem ein Teil des Feldes immer mehr Abstand gewann, konnten sie diesen nichtmehr herausholen und mussten sich mit Platz sechs im vollen achte Boote Feld zufriedengeben.

Wormser in Topform für die Landesmeisterschaft

Nach all den Belastungen sind die Wormser nun in Topform für die Landesmeisterschaft kommende Woche, in der nach Möglichkeit wieder ein Paar Titel errungen werden sollen. Joel und Noah wollen sowohl im Einer als auch im Doppelzweier Vorne angreifen, Lukas spekuliert auf den vierten Einertitel in Folge.