Termine

Sa 27.April 12:00-16:00
Tag der Offenen Tür
Mi 1.Mai 11:00-
Picknick und Bootstaufe

Im Herbst 2022 erreichte mich die Information, dass es eine Rudertour rund um Malta an Ostern 2023 geben wird. Da ich schon sehr lange mich im costal rowing versuchen wollte, war der Entschluss, mich um eine Teilnahme zu bewerben, trotz des stolzen Teilnehmerpreis schnell gefasst.

Neben der Unterschrift des Vereins war auch noch eine Unterschrift vom Ruderverband nötig, auf die ich 5 lange Wochen warten musste. Zum Glück gab es noch einen Platz in der Gruppe A, die in der Karwoche rudern sollte. Die Vorfreude stieg und als der Flug endlich mit Verspätung in Frankfurt abhob, war das Glück vollkommen. 

Die Boote (alle Fotos Ingrid Kramer-Schneider)

Ich erreichte das Hotel als letzte der Teilnehmer und lief gerade noch meinen Zimmerkameradinnen aus Australien und der Schweiz in die Arme, als diese sich zum Welcome-Dinner aufmachen wollten.

Eine Gruppe von 38 Ruderern und drei Begleitpersonen hatte sich für die erste Inselumrundung des Jahrtausends eingefunden. Doch statt wie vorgesehen, am Montag in der nahen Bucht los zu rudern, entschied der Fahrtenleiter wegen des starken Winds und wegen entsprechend hoher Wellen einen Kulturtag einzulegen. Solche Improvisation beim Programm war noch öfters in der Woche nötig.

Wir fuhren mit Bus und Fähre auf die Nachbarinsel Gozo, wo wir eine restaurierte Windmühle, das Nationalheiligtum Ta‘ Pinu- eine Basilika, die schon von 2 Päbsten besucht worden war- sowie die Inselhauptstadt Ir-Rabat mit ihrer Altstadt und der Festung besichtigten.

Tempel Hagar Qim

Auch am Dienstag was uns das Wetter noch nicht hold. So wurde kurzerhand wiederum ein Bus gechartert, der uns in den Süden der Insel zum prähistorischen Tempel Hagar Qim und zum Flugzeugmuseum fuhr. Bereits um 3000 vor Christus lebten Menschen auf Malta, die Hagar Qim ähnlich wie Stonehenge in England so bauten, das Sommer-und Wintersonnwende leicht abzulesen waren. Im Museum führte uns ein engagierter Senior mit allerlei Geschichten zu den Exponaten- vom Flugzeugmotor bis hin zum Cockpit der ersten 737 und einem der ältesten Flugsimulatoren.

Flugsimulator

Am Nachmittag war es dann schließlich so weit. Wir trafen uns am nahen Sandstrand und durften die nagelneuen Boote aufriggern und zu einer kurzen Testfahrt zu Wasser bringen. Es handelte sich um nicht weniger als 10 fabrikneue Boote- 4 Vierer, 4 Doppelzweier und 2 Einer, alle speziell fürs costal rowing gebaut. Diese Boote waren von Geldern der australischen und der Maltesischen Regierung sowie den Teilnehmerbeiträgen gekauft worden und gehen nach der Tour in den Besitz des Universitäts-Ruderclubs über.

Das Team des Tages

Der Wind sollte abflauen, so dass für Mittwoch endlich Rudern angesagt war. Ich hatte Glück und wurde für den Vormittag eingeteilt. Statt der Strecke rund um Gozo kürzten wir ab und ruderten direkt durch den Verbindungskanal von Malta und Gozo in die Blaue Lagune- wo uns unvergleichlich blau leuchtendes Wasser erwartete. Kaum hatten wir diese Richtung Süden verlassen, hatten wir mit Wellen von 1,5 m Höhe zu kämpfen, neben einem strammen Wind. Mehr als einmal schwappte das Wasser über die Bordwand, lief jedoch sehr schnell fast komplett wieder über die Heckklappe heraus. In der Mittagspause an einem Sandstrand 7 km südlich wurde entschieden, dass die zweite Etappe an diesem Tag nicht gerudert werden würde. Ein Bus brachte uns zum Hotel, wo alle dankbar unter die warme Dusche verschwanden.

Mittagspause in Valetta

Mein Abendprogramm bestand im Besuch eines Klavierkonzerts in der Oper von Valletta gemeinsam mit Thomas und zwei Australierinnen.

Leider war uns Petrus auch am Donnerstag nicht hold - kein Rudern möglich. Also gab es Kultur: einen Ausflug nach Medina mit ihrem historischen Stadtkern. Am Abend unterhielt uns Robin aus Simbabwe mit Mitsing-Liedern unter Begleitung der neu erworbenen Gitarre.

Freitag und Samstag wurden, um die ausgefallenen Strecken nachzuholen, jeweils 2 Etappen gerudert. Ich hatte wiederum Glück und durfte 3 davon mitrudern, so dass wir von Südwesten her kommend erst in der Bucht anlegten, wo der Bootsunterstand des Universitäts-Ruderclubs war, dann nach Valletta hinein rudern konnten. Schließlich legten wir am Sandstrand an, an dem wir einige Tage zuvor abgelegt hatten.

Der Höhepunkt des Kulturprogramms war zweifellos der Besuch der Karfreitags-Prozession von IN-Naxxar. Hier wurden 12 schwere Jesus-Szenerien von mit Büßerkleidung ausgestatteten Männern unter Begleitung von 3 Musikkapellen sowie einigen Fußgruppen in historischen Kostümen durch die Straßen der Altstadt getragen. Thema war die Passionsgeschichte: hier zeigte sich die immer noch sehr stark ausgeprägte Religiosität der Malteser.

Karfreitagsprozession

Der Ostersonntag war zur freien Verfügung, heute würde die zweite Gruppe anreisen. Ich entschied mich für einen Besuch in der Festungsstadt Valletta, diesmal vom Land aus.

Kathedrale in Valetta

Am Abend gab es ein gemeinsames Dinner mit der zweiten Gruppe. Wir hatten die Aufgabe, den vielen Freiwilligen einen Dank zu übermitteln. Während die Franzosen in dem typischen Französisch-Englisch We are the champions intonierten, schossen die Dänen den Vogel ab: jeder war gehalten, in seiner Sprache Should old aquaintance be forgot zu singen und sich dabei die Hände zu reichen.

An der Südküste von Malta

Mit einer handfesten Erkältung im Gepäck hieß es, am Ostermontag sich von der internationalen Gruppe zu verabschieden. Im sehr flott fahrenden Bus war nochmal alle Kraft gefordert, das Gepäck festzuhalten. Am Flughafen in Malta sind die Wege kurz. Der Flieger hob pünktlich ab und mit der Idee, an der nächsten world rowing tour auf dem Nil mitzumachen, kam ich nach einer erlebnisreichen Woche mit vielen neuen Bekanntschaften nach Hause.