Termine

Do 1.Oktober 15:00-18:00
Kaffeekränzchen der WRC-Damen
Sa 3.Oktober 00:00
Besuch in Gravelines
So 4.Oktober 00:00
Besuch in Gravelines

Archiv

Powered by mod LCA

Wenn in Jahrzehnten jemand unser Archiv durchforstet, wird er im Frühjahr 2020 auf eine merkwürdige Zeitspanne treffen. Keine Berichte über die geplanten Vereinsaktivitäten sind zu finden. Im Rollsitz gibt es keine Beschreibungen von Wanderfahrten und Regatten. Auch der Bericht über Ergebnisse der Hauptversammlung fehlt. Am Termin-Kalender unseres WRC kann es nicht liegen. Der weist die übliche Fülle aus: Mitgliederversammlung im März, Langstreckenregatta Mannheim und Arbeitseinsatz im März, WRC Trainingslager in Dreisbach, Picknick, Bootstaufe und Verleihung der Fahrtenabzeichen…im Rollsitz keine Hinweise.


"Ruderordnung" - während Corona, skizziert von Johannes Wohlgemuth 

Ursache für die Lücke ist eine weltweite Pandemie, ausgelöst von einem Virus mit dem Namen „Corona“.

Das Virus ist für das bloße Auge unsichtbar, es ist nicht fühlbar, es schmeckt nicht. Vermehrte Nachrichten in den Medien werden ab März 2020 registriert. Ein Tiermarkt im chinesischen WuHan wird als Ausgangspunkt diskutiert. Bilder im Fernsehen zeigen überfüllte Krankenhäuser, Leichentransporte in italienischen Armeefahrzeugen in der Lombardei und Kühlwagen zur Lagerung von Toten in New York. US-Präsident Trump verpflichtet Firmen per Dekret zur Zwangsproduktion von Lungenmaschinen. Atemschutzmasken sind ausverkauft, ihr Preis steigt um das Zehnfache und mehr.

Das Corona-Virus breitet sich mit großer Geschwindigkeit aus. Gravierende Einschnitte im Umgang miteinander und in unserem Gesundheitssystem sind die Folgen, auch in Worms. Firmen und Geschäfte schließen, Mitarbeiter werden zur Kurzarbeit verpflichtet. Wenn immer möglich, wird Büroarbeit nicht mehr im Büro erledigt sondern von Zuhause im Homeoffice. Kindergärten, Schulen und Universitäten sind geschlossen. Telelearning und Videokonferenzen sind das Thema. Krankenhäuser und Altenheime lassen keine Besucher mehr zu. Unmenschlich ist es, wenn Angehörige sterbende Verwandte nicht pietätvoll auf ihrem letzten Lebensweg begleiten dürfen.

Was ist das Corona-Virus
Das Virus trägt die Bezeichnung SARS-CoV-2 und ist Verursacher der Atemwegserkrankung COVID-19. Auch wenn jeder Virus kein Lebewesen ist, ist er für jeden von uns gefährlich. Vereinfacht gesagt bestehen Viren aus einer äußeren Proteinhülle (Eiweißhülle) und im Inneren aus einer Informationskette (mRNA). Gelangen Viren in unseren Körper, nutzen sie dort das Betriebssystem unserer Zellen mit dem alleinigen Ziel, sich zu vermehren und unser Immunsystem und die Funktion unserer Organe zu stören. Primäres Zielorgan von SARS-CoV-2 sind Rezeptoren in der Lunge.

Übertragung des Corona-Virus
Feinste Tröpfchen sind Träger vieler Krankheitskeime, also auch von SARS-CoV-2. Sie werden auf Reise geschickt beim Sprechen, Nießen, Husten, Lachen, durch Mund- und Wangenküsse, durch Schmierinfektion nach dem Händeschütteln und vieles mehr. Zur Infektion führen oft unbedachte Momente wie zum Beispiel das Anfeuchten des Zeigefingers beim Zeitungslesen, das Reiben der Augen, das Kratzen der Gesichtshaut oder beim Essen das Abwischen des Mundes mit der Hand. - Und das nach dem Kontakt mit einem Virusträger, der wohlmöglich selbst nicht weiß, dass er infiziert ist.

Probleme mit dem Corona-Virus
Das SARS-CoV-2 ist bisher in der medizinischen Therapie fast unbekannt. Daher ist das Wissen um den Umgang mit diesem Virus nur sehr rudimentär. Virologen sind sich aber einig, dass das Virus
- sich schneller als andere Viren vermehrt und verbreitet
- eine Gefahr für jeden von uns darstellt.

Symptome bei einer Infektion mit dem Corona Virus
Werden wir von Viren befallen, reagiert das gesunde Immunsystem, indem es spezifische Antikörper bildet, die Viren an der Vermehrung hindern und anschließend vernichtet. Diese Abwehrreaktion des Körpers führt zu Symptomen. Bei SARS-CoV-2 stehen im Vordergrund:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Gliederschmerzen
  • Durchfall
  • trockener Husten
  • Atembeschwerden
  • Fieber

Symptome können auftreten, müssen sie aber nicht. Sie können vereinzelt oder zusammen auftreten.


Problempatienten bei einer Infektion mit dem Corona Virus

Problempatienten sind

A.) Kleinkinder
B.) geschwächte/gestresste Personen
C.) ältere Personen
D.) Personen mit Vorerkrankungen wie Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes etc.


A.) Bei Kleinkindern ist das Immunsystem noch nicht ausgeprägt.

B.) Bei geschwächten und gestressten Personen ist das Immunsystem nicht fit genug für andere Schauplätze. Zu diesen Personen gehören z.B. auch Raucher und/oder Übergewichtige.


C.) Unser Immunsystem wird im Laufe des Lebensalters kontinuierlich schwächer. Von Jahr zu Jahr werden weniger Immunzellen gebildet. Es lassen sich deutliche Einschnitte ab dem 50. Lebensjahr feststellen. Ab dem 60. Lebensjahr werden die Auswirkungen immer stärker. 


D.) Unabhängig vom Alter sind Personen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet. Sie nehmen Medikamente, die nicht nur unsere Organe zusätzlich belasten sondern auch unsere eigenen Abwehrkräfte schwächen können.

Therapie einer Corona Infektion
Das intakte Immunsystem eines gesunden Körpers erkennt Viren als fremde Eindringlinge und bildet spezifische Antikörper. Den Kampf unseres Körpers können wir an Müdigkeit und Abgeschlagenheit und häufig auch Gliederschmerzen erkennen. Schafft es unser Immunsystem, die Corona-Viren abzuwehren, klingen die Symptome ab. Die erfolgreiche Abwehr läßt sich anhand von Antikörpern im Blut nachweisen. Der Betroffene ist immun und (wahrscheinlich) vor der nächsten COVID-19 Infektion geschützt. Es gibt aber auch Fälle, in denen keine Symptome auftreten obwohl Antikörper nachgewiesen werden.

Ist unser Immunsystem nach einer Infektion nicht fit genug für den Abwehrkampf, wird nach 3-6 Tagen eine kritische Menge Viren in unserem Körper erreicht. Die Symptome verstärken sich. Es kommt zu hohem Fieber, der trockene Husten und die Atemprobleme nehmen gravierend zu. 

Eine Krankenhaustherapie der Atemwegserkrankung COVID-19 besteht im August 2020 aus mehreren symptombezogenen Ansätzen. Das "eine" wirksame Medikament gibt es nicht. Weltweit forschender Pharmaunternehmen mit Hochdruck nach medikamentösen Therapielösungen und zur Prävention nach Impfstoffen.

Für die medizinische Hilfe gilt daher: je früher, desto besser!

Aus den vorgenannten Gründen steht unverändert der Selbstschutz an erster Stelle, gefolgt vom Schutz gefährdeter Personen.

Anordnungen offizieller Stellen befolgen
Was können wir tun? Zunächst ist es wichtig, die Anordnungen der offiziellen Stellen zu befolgen. Die Pflicht zum Tragen von Mundschutz, der Verzicht auf Körperkontakte z.B. durch Händeschütteln und die Einhaltung von 1,5 m Mindestabstand zu Mitmenschen sind neue Regeln des Miteinanders. Offizielle Verlautbarungen sind immer das Ergebnis intensiver Diskussionen nationaler wie internationaler Experten.


Abstandhalten während Corona, skizziert von Johannes Wohlgemuth

 

WRC geschlossen
Für den WRC mit seinen zwei Standorten sind die Corona-Bekämpfungsverordnungen von RLP und Hessen massgebend. Anfang März 2020 wird der Ruderclub - wie auch andere Vereine - geschlossen. Keine Aktivitäten, auch in den Trainingsräumen, sind erlaubt. Erst im Juni heißt es, dass unter Einhaltung der Abstandsregelung Personen aus max. zwei Haushalten wieder rudern dürfen.  Ein Dreier ohne Steuermann darf also zu zweit gerudert werden.  Um den Behörden Nachweise liefern zu können, wer wann auf Wasser gewesen ist, werden Listen geführt. Umkleide- und Trainingsräume sowie Duschen bleiben gesperrt. Regatten sind abgesagt, finden nicht statt.

Im Juli 2020 ist der offizielle Ruderbetrieb wieder erlaubt. Abstandhalten in den Gruppen wird vorausgesetzt. Griffe von Skulls und Riemen sind nach jeder Fahrt mit Seifenlauge zu reinigen. Duschen ist erlaubt, aber einzeln.


Fotos: Andrea Vogel, Speyer

Tagestour nach Lockerung der Einschränkungen
Eine der ersten Touren nach Lockerung der Einschränkungen führte von Worms zur Mainzer Rudergesellschaft mit traditionellem Zwischenstopp im Rheinrestaurant Oppenheim. Michael und Doris hatten 2 Vierer zusammengestellt. Gäste aus Ludwigshafen und Speyer waren auch zu dieser Corona-freien oder besser Corona-befreienden Tour eingeladen. Das Wetter war nicht ganz so sommerlich wie gewünscht. Aber immerhin - der bedeckte Himmel hielt sich bei frischen 15 Grad geschlossen, so dass wir trocken unser Ziel erreichten.

Auch wenn der Mundschutz zwischendurch angelegt werden mußte und im Lokal in Oppenheim Besucherlisten auszufüllen waren - es war fast wie vor "Corona".


Fotos: Joachim Wolff, Worms