Termine

Sa 21.September 00:00
Regatta Großauheim
Sa 21.September 09:00-13:00
Arbeitseinsatz in LA
So 22.September 00:00
Regatta Großauheim
Do 3.Oktober 00:00
Besuch des Partnervereins Descente de l'Aa
Do 3.Oktober 15:00-18:00
Kaffeekränzchen der WRC-Damen
Fr 4.Oktober 00:00
Besuch des Partnervereins Descente de l'Aa
Sa 5.Oktober 00:00
Besuch des Partnervereins Descente de l'Aa
So 6.Oktober 00:00
Besuch des Partnervereins Descente de l'Aa
Mo 7.Oktober 00:00
Besuch des Partnervereins Descente de l'Aa

Archiv

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Tag 1- Samstag

Man muss nicht immer dieselbe Sprache sprechen, um sich gut zu verstehen.

Am 27. Juli bricht in aller Frühe ein buntes Grüppchen zum diesjährigen Partnerschaftsbesuch Richtung Tata zu unseren ungarischen Freunden auf. 25 Jahre Partnerschaft bedeutet 21 Besuche, 39.438km, 420 Stunden Autofahrt quer durch Europa. Die Route ist auch das Motiv des diesjährigen Partnerschafts-T-Shirts, das von Johannes Wohlgemuth zu diesem Jubiläum gestaltet wurde.

Tradition ist inzwischen schon der Besuch des Stiftes in Melk. Die Vorfreude steigt, von hier aus ist es nicht mehr weit, und 2 ½ Stunden später erreichen wir unser Hotel „Öreg to“ am gleichnamigen See. Zum Ausruhen bleibt nur wenig Zeit, denn wir werden im Bootshaus schon sehnlichst von Agi, Laszlo und der ganzen Truppe mit einem kalten Buffet und reichlich Hazi bor(Hauswein) erwartet. Bevor wir Stunden später beschwingt, aber völlig erschöpft in unsere Gemeinschaftsunterkunft zurückkehren, werden wir noch eindringlich darauf hingewiesen, nicht zu ausgiebig zu frühstücken. Dies soll uns nicht schwerfallen, da im Hotel offensichtlich lediglich der Hausmeister von unserer Existenz Kenntnis genommen hat.

Tag 2 – Sonntag

Save water – drink wine

Pünktlich um 10.15 Uhr erscheint die Wormser Delegation geschniegelt wieder im Bootshaus, wo das 25-jährige Bestehen unserer Partnerschaft in zahlreichen Festreden, gespickt mit Anekdoten, ausgiebig gewürdigt wird. Dori und György geraten als Dolmetscher ganz schön ins Schwitzen, weshalb alle erleichtert sind, dass sie sich nach dem offiziellen Teil wieder „mit Händen und Füßen“ oder in mehr oder weniger geschliffenem Englisch unterhalten dürfen.

Verköstigt werden wir mit Variationen von  Speck (gewürfelt, gestiftet, frittiert …) und Salami. Frei nach der Devise „Fett verliert (scheinbar) an Gewicht, wenn es schwimmt“ darf auch der Hauswein nicht fehlen.

Am Nachmittag erfolgt der Umzug aus der 70er –Jahre-Gartenlaube ins Hauptgebäude des Hotels und Wiederholungstäterin Karoline zeigt sich begeistert angesichts der im letzten Jahr erfolgten Renovierungsmaßnahmen (Abschluss der Maßnahme ungewiss). Nach einem kräftezehrenden Zimmerroulette (unsere Anwesenheit ist offensichtlich immer noch nicht zur Hotelleitung durchgedrungen) dürfen wir die leeren Akkus wieder laden – mit langos „All you can eat“. Gerüchteweise gelangen einige Wormser dabei auf eine Anzahl im zweistelligen Bereich. Dazu gibt es – man ahnt es schon – Hazi bor.

Tag 3 – Montag

Willkommen im Zeitalter des bargeldlosen Zahlungsverkehrs!

Fester Programmpunkt bei jedem Ungarnbesuch ist die Fahrt mit dem Tata-Bähnchen. Anschließend bringen wir eine Bankangestellte zur Verzweiflung, weil wir Geld umtauschen wollen. Bargeld ist in Ungarn offensichtlich ebenso vom Aussterben bedroht wie die Gemüsebeilage. Auf unsere 10.000 Forint-Scheine wird man im weiteren Verlauf unseres Besuchs wahlweise mitleidig, amüsiert oder mit blankem Entsetzen reagieren. Dies wissen wir zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise noch nicht und wir begeben uns in bester Stimmung zum Bootshaus, wo man schon verschiedene Programmpunkte für uns vorbereitet hat: Basteln, Rudern, freiwilliges Baden, unfreiwilliges Baden und zuletzt ein Workshop „Ungarische Tänze“. Letzteres stellt für einige eine motorische Herausforderung dar, aber Ibolya und ihre Gruppe haben das Ganze pädagogisch für uns aufbereitet.

Tag 4 –Dienstag

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Der nächste Tag beginnt mit einer einstündigen Autofahrt nach Esztergom, wo ein Teil der Gruppe mit Booten des dortigen Ruderclubs zu einer Wanderfahrt auf der Donau startet. In Pilismarot wird gewechselt und weiter geht es bis Dömös, wo es an Land weitergeht. Unter der ortskundigen Führung von Peter durchwandern wir einen Canyon in den Bergen. Uns bieten sich atemberaubende Ausblicke und steile Anstiege, teilweise über Leitern. Während der Kern der Gruppe sicher wieder zum Ausgangspunkt gelangt, müssen sich sechs Halbstarke den Herausforderungen der Wildnis stellen, nachdem sie eine vermeintliche Abkürzung genommen haben.

Erkenntnis des Tages:

Der Teufel liegt im Detail. Wie leicht wird dank google translator  „(Ich möchte) bitte zahlen“, ungarisch keretnek fizetnizu kerjük fizessen, also „Bitte zahlen (Sie)“, was die Bedienung in schallendes Gelächter ausbrechen lässt.

Tag 5 – Mittwoch

Nichts für schwache Nerven

In schwindelerregender Höhe führt die „Via Ferrata“ durch die Berge bei Tatabanya. Während selbst die Kleinsten sich gut gesichert an den Seilen entlang hangeln, kneifen Susanne und Claudia. Sie begeben sich stattdessen lieber mit Laszlo auf die Jagd nach dem besten Fotomotiv oberhalb der Kletterroute, nicht ahnend, dass dieser das Gelände kennt wie seine Westentasche und (mit 77 Jahren!!!) selbst in Sandalen völlig angstfrei klettert wie eine Bergziege.

Abends verlegt die ungarisch-irische Band „Shamrock“ ihre Generalprobe ins Bootshaus. Sie begleiten uns durch einen unvergesslichen Abend mit gulyas (Gulaschsuppe) und … richtig!...Hazi bor.

Tag 6 – Donnerstag

Ich drehe schon seit Stunden
Hier so meine Runden…

Höhepunkt der Reise ist ein Besuch in Badapest. Dori leitet uns fachkundig über die Autobahn zu den wenigen freien Parkplätzen unterhalb der Buda-Burg. Hier schlägt das Schicksal erbarmungslos zu in Gestalt eines Parkscheinautomaten, der mit Münzen gefüttert werden will. (Man erinnere sich…) Schließlich genießen wir aber doch noch den Blick von der Fischerbastei auf Kettenbrücke, Donau und den Stadtteil Pest. In Kleingruppen erkunden wir die Stadt und finden dank WhatsApp auch alle wieder zum vereinbarten Treffpunkt am Stephansdom. Abends werfen sich alle in Schale und fahren in ein bayerisches Gasthaus in die Berge, wohin wir unsere ungarischen Freunde zum Abendessen eingeladen haben. Die riesigen Platten mit Fleisch und Beilage sind kaum zu bewältigen, zur Abwechslung gibt es dieses Mal Sör (Bier) dazu. Leider geht auch dieser Abend viel zu schnell vorüber.

Tag 7 – Freitag

Der Abschied naht und alle nutzen noch einmal die Gelegenheit ihre restlichen Forint in Mitbringsel und Reiseproviant umzusetzen. Abends übertreffen sich unsere Gastgeber noch einmal mit einem Festessen inklusive langos und zwei riesigen Eistorten für Karoline, die an diesem Tag

19 wird und Sabine, die in der kommenden Woche ihren Geburtstag feiert. Bevor wir noch ein letztes Mal den Weg am See entlang zum Hotel laufen werden, wechseln noch ein paar Flaschen Wein aus Rheinhessen die Besitzer und wir versichern uns möglichst bald mit der Planung für den Besuch im nächsten Jahr zu beginnen.

 alle Fotos: Claudia Burkhardt

 

Vorsicht Falle!

Hazi bor          --> Hauswein

Eszterhazy       --> ungarische Fürstenfamilie, die in Tata residierte; 
                            Namensgeber der berühmten Eszterhazytorte, oder des Eszterhazybratens

Osterhasi        --> Osterhase nach Gerhard Polt (in Ungarn unbekannt)

Einen Tag nach der Abreise nach Worms erreicht uns die Nachricht, dass Orsi ein Töchterchen zur Welt gebracht hat. Wir gratulieren Orsi und Peter ganz herzlich zur Geburt von Zsofia!