Mittelrhein-Wanderfahrt des DRV August 2026

Geschrieben von Ingrid Kramer-Schneider

Auch in 2026 rief der DRV wieder zur Mittelrhein-Wanderfahrt auf – primär gedacht für Nicht-Rhein-Vereine. Der Andrang war wieder groß, dennoch schafften es Klaus und ich auf die Teilnehmerliste. So fuhren wir dann im August zu einem Zeitpunkt nach Mainz, wo in Worms die Pritschen bereits trocken lagen. Start war am Mainzer Ruderverein, der seine Pritsche sehr tief unter dem Rheinufer liegen hatte – und dennoch jede Menge Ruderbetrieb. Für den Folgetag wurden 4 Vierer fertiggemacht, dann gab es ein Kennenlern-Abendessen in einer urigen Kneipe.

Am zweiten Rudertag ab Oberwesel bis Lahnstein wurde ich von einer kundigen Ruderin aus Neuss in die Geheimnisse der Loreley-Passage eingewiesen und durfte dieses Stück auch selbst steuern. So wenige Schiffe hat man allerdings selten, die Signalanlage in diesem Bereich zeigte so gut wie nichts an. Als Teil der Ausbildung wurde mir ein älteres Video vorgespielt, in dem ein Binnenschiff die Haarnadelkurve passiert – und aufgrund seiner Länge keinen Platz für Ruderboote lassen kann. Im Nachgang erhielt ich auch wertvolle Unterlagen für Rhein-Steuerleute aus Neuss, die jetzt für unsere Zwecke genutzt werden können.

Unser Klaus war auf dieser Fahrt wie immer unermüdlich am Machen und Tun – und damit wieder einmal unverzichtbar.

Die Streckenführung musste teilweise dem Niedrigwasser angepasst werden. In Lahnstein war der Steg nicht benutzbar, allerdings ist das Ufer dort sehr flach, so dass Ausheben kein Problem war.

En Höhepunkt der Fahrt war die Stadtführung durch Koblenz, beginnend ab der Jugendherberge Ehrenbreitstein. Da aufgrund der vielen spannenden Geschichten die letzte Seilbahn verpasst wurde, ging es zu Fuß in die Stadt, vorbei an einer crime-scene-Höhle, deren Geschehnisse gerade in einem Prozess aufgearbeitet wurden.

In Bad Honnef gab es samstagabends Grillbuffet, mit mehr Nahrung als man für eine Woche benötigt hätte. Weiter ging es zum schwimmenden Bootshaus des Kölner Ruderclub mit Übernachtung in der JH Köln-Riehl. Eine kleine Gruppe nutzte einen Gottesdienst im Dom für eine kostenlose Dombesichtigung, bevor es am anderen Ufer kölsche Spezialitäten gab. In Köln verabschiedeten sich einige der Ruderer, während Neusser Kameraden für die letzte Etappe nach Neuss nachrückten. Das Anlegen der Boote gelang hier dank einer kleinen „Flutwelle“ direkt am Ruderverein. Allerdings lag die Pritsche so tief im Wasser, dass man über den Verbindungssteg die Boote nur mittels Seilwinde hochziehen konnte.

Mit einem Stück Neuwasser im Erinnerungsgepäck erreichte ich an diesem Abend dank der DB-App als Ratgeber noch einigermaßen zeitig mein Zuhause – der letzte Zug wurde erreicht, weil dieser auch unpünktlich war.

Als take-away für 2027 wäre die Möglichkeit zu nennen, in Kassel Doppelachter rudern mit einem Besuch der Documenta zu kombinieren – Termin noch auszumachen.

Fotos: Ingrid Kramer-Schneider

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