Wieder einmal fand eine spontan einberufene Wanderfahrt auf dem Rhein statt, welche unser eingespieltes Team vom WRC, Doris und Michael Thier, Christian Schmitt, Joachim Wolff und Johannes Wohlgemuth, in drei Tagen auf der BIZ, vom 13. bis 15.9.2013, 148 km von Worms nach Mainz, St. Goar und nach Lahnstein führte.

In Mainz schlossen wir uns einer Wanderfahrt, der Mainzer Rudergesellschaft 1898 unter der Leitung von Dr. Doris und Julia Werner an, Teilnehmer waren auch der Weisenauer Ruderverein unter der Leitung von Georg Hey.
Die Organisation der Wanderfahrten verbessert sich schon dadurch, dass ich zu fragen wage, ob es einen Landdienst gibt. Der Clou ist diesmal, dass wir in Worms ins Ruderboot einsteigen und in Lahnstein aussteigen und mit dem Zug nach Hause fahren. Sogar um das Ruderboot, die BIZ brauchten wir uns nicht mehr zu kümmern, weil dieses von der Rudergesellschaft Mainz nach Hause gebracht wurde und für die Familienwanderfahrt auf der Lahn abgeholt wird. Sogar unser Gepäck mussten wir nicht schleppen, weil dieses abgeholt und nach Mainz gebracht wurde.

Wir trafen uns um 8:30 Uhr am Ruderclub. Die Sachen für die Fahrt hatten Michael, Doris und Johannes am Tag zuvor gerichtet. Wir machten noch ein Foto bevor wir um 9:35 Uhr ablegten. Die Hinfahrt verlief kurzweilig. Für Überraschung sorgte ein schwimmender Fender aus Segeltuch, welchen wir auf der Strecke bis Biblis aufsammelten und an unser Boot antauten. Wir machten dann einen kurzen Halt vor dem AKW Biblis, welches schon als Relikt vergangener Zeiten erscheint.
Mittagspause am Bibliser See
Die Strecke nach Mainz haben wir dieses Jahr schon zweimal gerudert. Neu war dieses Mal, dass wir auf dem Bibliser See im gleichnamigen Restaurant Mittagspause machten. Zu dieser Zeit hatten wir aber erst 25 km gerudert. Doris und Michael ließen es sich bei frischen Miesmuscheln gut gehen. Dazu gab es einen frischen Federweisen und meine Spagetti mit Tomatensoße ließ mich fast die schreckliche Frankfurter Soße mit Ei vom Letzten Mal vergessen.
Fortsetzung einer Tradition am Rhein Restaurant am Oppenheimer Strandbad
Christian übernahm das Steuer von Doris und bugsierte uns an Segel- und Motorschiffen vorbei auf den Rhein hinaus. Die 12 km Strecke bis zum Oppenheimer Strandbad gestaltete sich als langwierig, weil der Rhein breit, gerade und abwechslungsarm verläuft. Am Oppenheimer Strandbad halten wir traditionell an, um im dortigen Rhein Restaurant kühle und warme Getränke zu uns zu nehmen. Warme Getränke, weil das Wetter stabil aber auch nicht mehr so warm war und der Herbst sich angekündigt hat, die Tage kürzer werden und sonnige Tage weniger werden. Johannes übernahm das Steuer von Christian. Der Pegelstand war zu niedrig als daß wir den Nackenheimer Altrhein befuhren. Johannes steuerte in Absprache mit Michael im Bug die Strecke 15 km Rechtsrheinisch bis zur Brücke des Weisenauer Rudervereins. Dort Linksrheinisch angelegt meldete sich Michael beim dortigen Pächter und erhielt als Dank 4 Flaschen Bier als kleine Gefälligkeit von Ruderer zu Ruderer, welche wir auf einer Bank mit Blick auf den Rhein zu uns nahmen.
Herzlicher Empfang in Mainz
Jetzt sollten es nur noch 10 km bis zur Rudergesellschaft sein und Michael instruierte Johannes Linksrheinich bis zur Rudergesellschaft zu steuern. Die Mannschaft ruderte vorbei an Rathaus, Rheingoldhalle, Hilton Hotel und Zollhafen in das Mombacher Fahrwasser und erreichte froh und erschöpft um 17:00 die Rudergesellschaft. Dort wurden wir von der Organisatorin Dr. Doris Werner gebeten uns in den Umkleide- und Duschräumen frisch zu machen. Julia Werner hatte Grillware und Getränke vorbereitet und der Vorsitzende Dr. Christoph Ostertag höchstpersönlich grillte für uns hungrige Ruderer Würstchen, Puten- und Rindersteaks auf der Ruderhausterrasse die es mit Kartoffelsalat und frischem Baguette zu essen galt. Den Abend ließen wir ausklingen bei interessanten Gesprächen im heimeligen Vereinssaal mit komplett ausgestatteter Bar. Frau Dr. Doris Werner übernahm den Transfer nach Drais, einem idyllischen Vorort von Mainz, im Vereinsbus und wir verteilten uns auf ein 2- und 4 Bettzimmer in einem neu hergerichteten Bauernhaus der Pension Reiser.
Mittagessen im Bacharacher Ruderverein
Am nächsten Tag sollten wir am Samstag, den 14.9.13 auf dem Rhein von der Mainzer Rudergesellschaft von Mainz über Geisenheim, Bacharach bis nach St. Goar, 52,5 km rudern. Am Morgen liefen wir zum Haupthaus der Penison Reiser im Ortskern von Drais und nahmen unser Frühstück an einem reichhaltigen Buffet ein. Es hatte geregnet und der Himmel war bedeckt. Frau Dr. Doris Werner holte uns im Vereinsbus ab und fuhr uns vorbei an UNI, jüdischen Friedhof zum Industriegebiet wo sich 8 Ruderer und – innen der Rudergesellschaft einfanden und das Wetter abwarteten, denn es hat angefangen zu regnen und die 3 Ruderer aus Weisenau wurden mit ihrem Boot erwartet. Als es soweit war und der Regen nachgelassen hatte nahmen wir die Bootseinteilung vor, versorgten uns mit Proviant und Getränke und stachen in See. Doris übernahm wieder die erste Strecke 20 km bis zum Wassersportverein Geisenheim. In dieser Zeit zogen wir öfter die Regenjacke an und aus. Die Stimmung war gut und das war ja schließlich auch die Hauptsache. Die Boote ließen wir im Rheinstrom treiben. Christian übernahm wieder das Steuer von Doris bis Bacharach, 20 km an Bingen vorbei durch das Mittelrheintal bis Bacharach. Dort angekommen half ich Georg das Boot des Weisenauer Rudervereins aus dem Wasser zu heben, aber weil Helfer, Bootsbesatzung und Wasser im Boot zu viel für die Belastbarkeit der Pritsche waren, bekam ich nasse Füße. Das Mittagessen nahmen wir im „Zum Ruderhaus“ des Bacharacher Ruderverein von 1884 ein. Der dortige Service war nicht vorgewarnt auf 16 durstige und hungrige Gäste und so sollte sich das Abarbeiten der Bestellung der Reihe nach als schwierig und langwierig erweisen. Auch das Ablegen gestaltet sich als schwierig, weil eine mächtige Strömung herrschte und man soll ja immer gegen den Strom ablegen und unterhalb lag ein Schiff an Land, so war die beste Strategie das Boot mit den Ruderern auf Platz 1 und 2 hinauszuschieben und bei Ablegen sofort los zu rudern.

Sehenswert: Aussichtspunkt der Loreley
Michael übernahm das Steuern bis St. Goar, 13 km stromabwärts, vorbei an Loreley und zu unserem ersten Etappenziel St. Goar. In der Herberge auf der Loreley wollten wir übernachten. Also fuhren wir mit der Fähre über den Rhein nach St. Goarshausen und wurden in 2 Transfers mit dem Vereinsbus zur Loreley auf den Berg gebracht. Die Zeit zwischen den Transfers überbrückten wir bei einem Glas Bier in lustiger Runde auf der Rheinpromenade. Der Unterschied zu einem Hotelzimmer sollte sein, dass ein Zimmer 6 Betten hatte und es sich um Hochstockbetten handelte und selber bezogen werden musste und der Dusch- und WC Raum sich auf dem Flur befand. Für Georg einem 2 Meter kein Problem und wir machten uns ebenfalls wenig Umstände daraus, weil wir nicht vorhatten die Zeit im Zimmer zu verbringen und trafen uns bald nach einer „Renovierung“ zum Abtransport zur Gaststätte „Nassauer Hof“ in St. Goarshausen. Dort hatten wir einen schönen Abend mit Einblick in die unterschiedlichen Eigenheiten der verschiedenen Rudervereine und feierten lange in die Nacht, den Abend beschlossen wir aber auf dem Aussichtspunkt der Loreley.
Am nächsten Morgen zog ich mein Bett ab, und deckte mit Karl und Georg den Tisch für 16 Personen. Die Herberge war von vielen Jugendlichen besucht und ein Unterschied zu einer Jugendherberge bestand nicht. Ich selber fand den Frühstücksraum im „Neu“-bau sehr angenehm. Sogar die Außenwand des stilvollen Altbaus mit seinen Fensterläden konnte man durch ein Außenfenster sehen. Danach bat mich Frau Dr. Doris das Gepäck im Bus zu ordnen. Michael nahm vor Abfahrt eine Optimierung hinsichtlich der Lagerung des Bierkastens unter der Rücksitzbank vor.
Dritte Etappe: Loreley bis Lahnstein
In 3 Booten ruderten wir am Sonntag weiter von St. Goar über Boppard bis Lahnstein, d.h. 300 Meter, von der Lahnmündung in den Rhein, die Lahn hoch zur Rudergesellschaft Lahnstein von 1922, 30,2 km. Das Wetter war gut bis sehr gut. Joachim steuerte uns 13,8 km bis zum Ruderclub Germania Boppard. Auf deren herrlichen Terrasse vesperten wir mit deren Genehmigung herzlich. Vor der Abfahrt wurde zwischen Michael, Christian und Johannes ausgelost wer die weiteren 16,4 km bis Lahnstein steuern sollte. Michael hatte dabei verloren und war dabei aber ein guter Verlierer. So war es aber auch gut, weil uns ein Ausflugsschiff gehörig Druck machte, sodass wir die Rheinseite wechselten und es einige spannende Burgen und Schlösser zu sehen gab: Schloss Stolzenfels oder die Marksburg. Die Fahrt unterbrachen wir gerne und häufig beim gemeinschaftlichen Schubkarrenfahren mit dem Weisenauer Boot.

Angekommen in Lahnstein, riggerten wir ab und zogen uns um für die Bahnfahrt von Koblenz nach Worms mit der Bahn. Frau Dr. Doris Werner übernahm wieder den Transport und nach herzlicher Verabschiedung nahmen wir den Nachhause Weg in Angriff. Das Rheinland Pfalz Ticket war dabei eine kostengünstige Möglichkeit mit dem Nahverkehrszug von Koblenz und einmal Umsteigen in Bingen (Stadt) uns nach Worms fahren zu lassen.
Dort teilten sich unsere Wege, Johannes lief nach Hause, Joachims Frau brachte Christian, Doris und Michael zum Ruderclub zu ihren Autos.
